Herzenssache

Hallo ihr Lieben!
Ich melde mich nach langer Zeit zurück..
Hatte in letzter Zeit weder Zeit noch wirkliche Ideen, was ich schreiben sollte.
Aber da der Magerwahn wieder weiter auf dem Vormarsch zu sein scheint, wird es Zeit, endlich meine ganze Geschichte abzutippen.
Ich war vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr immer zu klein und zu dünn.
Schokolade mochte ich nicht und am liebsten hat klein Linn Gurken und Nudeln ohne alles gegessen.
Der Traum aller Mütter oder? 😉
Als ich dann in die Schule kommen sollte war meine Oma auf einmal der Meinung, ich könnte meinen Ranzen ja gar nicht tragen – DRAMA!! 😱 Also ging das mästen los..
Mama und Papa waren arbeiten und ich war täglich bei meinen Großeltern zum essen – versteht mich nicht falsch: ich war sehr gerne dort!
Oma kocht super, also wurde das Essen auch immer mehr.
Donuts und Teilchen? Gabs täglich.
Schwuppdiwupp wurde aus dem kleinen dünnen Mädchen, ein kleiner Dickmops.
Irgendwann so mit 12 hatte ich dann mein Höchstgewicht…
73 Kilogramm bei einer Größe von 1,58 m

fett2fett
Stolz oder?
Mich hats nie sooooo doll gestört.
Aber man wird ja älter – und immer nur Kumpeltyp ist ja auch scheiße.
Also hab ich mal bisschen drauf geachtet.. nicht drei mal den Teller vollgeladen, die Schokolade weggelassen und bisschen mehr bewegt.
War alles ganz gut.
Dann kam die Anmeldung bei Instagram und das Abonnieren von unzähligen Fitnessaccounts.
Der Sport wurde mehr und mehr und die Größe sowie die Anzahl der Mahlzeiten kleiner.
Dann kam ne Zeit, in der ich mein Essen einfach nicht drin behalten konnte.
Ich hab mich nach jedem Bissen schlecht gefühlt.
Es ging einfach nicht. Also wurde alles ausgekotzt. Verzeiht mir die Ausdrucksweise, aber es war einfach so.
Ich hab mir die Seele aus dem Leib gekotzt.
Bis zu 7 mal täglich. Sogar nach ner Traube. Es war wirklich krank.
Aber zu der Zeit hatte ich so 50-55 Kg.
Der Körper hat sich halt an alles geklammert, wenn mal was drin geblieben ist.
berlinberlin2

Nachdem das kotzen irgendwann aufgefallen ist – klar, wenn man nach dem Essen immer ins Bad geht und auf einmal Musik hört – musste ich versprechen damit aufzuhören.
Hab ich auch… Hab dann halt einfach so gut wie nix mehr gegessen.
Irgendwann hatte ich dann noch 40 Kilogramm. Mit 17, bei einer Größe von 1,63 m
bodenliegeliege2
Dünn fand ich mich da bei weitem nicht, aber akzeptabel.
Ich fands schön, wenn die Knochen überall rausstanden, man keine Kraft zum Treppensteigen hatte und alles weh tat.
Dass ich ständig dicke Pullis und Schals anhatte (auch in der Sonne) , joar – war halt so..
Irgendwann haben Mama und Papa das nicht mehr mitgemacht.
Zu Hause war das reinste Chaos.
Es gab nur noch Streit, weil keiner damit klar kam.
Ich hab jeden angeschrien, mich total verschlossen und täglich geheult.
Meine Gedanken kreisten 24 Stunden nur ums Essen.
Was esse ich als nächstes? Was esse ich morgen? Wann darf ich essen? Darf ich überhaupt essen? Das geht nicht, das hat zu viele Kalorien.
Verabredungen, Geburtstage etc wurden abgesagt.
Dort war ja Essen…
Irgendwann hat meine Mama mich dann in Mainz in der Uniklinik zur Therapie angemeldet.
Ich sags euch – ich war nur 3 mal dort. Aber diese 3 male waren der größte Horror.
Die Menschen dort waren mega lieb. Aber die Patienten die dort rumliefen, ich hab mich wirklich geekelt!
Das hat mir dann die Augen geöffnet. Ich wollte dort nie wieder hin.
Wollte das alleine schaffen..
Instagram hat mir plötzlich die vegane Lebensweise attraktiv gemacht.
Ich hab angefangen mich zu informieren. Filme zu gucken, Bücher zu lesen, Profile zu verfolgen.
Ganz vorne dabei sind die unglaublich heißen Schnitten Sonja, Miri, Marleen und natürlich Lea und Hannah, die dieses Miststück „ANA“ ebenfalls hinter sich haben.
Und guckt sie euch an, wie heiß sind die bitte jetzt?
Zurück zum Essen… Fleisch hab ich eh schon nicht mehr gegessen, hatte ja zu viele Kalorien und zu viel Fett.
Als ich meiner Familie verkündet habe, ich wolle mich jetzt vegan ernähren, war das Theater groß!
Vom einen ins andere Extrem, nur um mich zu kontrollieren, als Ausrede, wenn ich essen ablehne und so weiter…
Aber sie haben mich machen lassen. Und mich immer unterstützt!
Und sie haben gemerkt, dass es mir gut tut und ich dadurch mehr esse.
Langsam aber sicher kam ich wieder auf den richtigen Weg.
Fand es geil, wieder mehr zu essen.
Fand trainierte Körper heiß, nicht mehr die Klappergestelle.
Und nun bin ich soweit, dass ich sogar ab und an Schokolade und Kuchen esse.
Nicht oft, aber immer wieder.
Natürlich gibt es noch Tage, an denen ich mich fett fühle.
Tage, an denen es zu Rückfällen kommt, weil das Essen meines Erachtens einfach heute zu viel war.
Aber danach geht es mir so schlecht, dass ich mich wirklich frage, ob es das Wert war.
Die Antwort ist natürlich NEIN!!!
Was ich damit sagen will…
KEINER steht auf Frauen, die man nicht anfassen kann, weil überall Knochen rausgucken.
Die behaart sind von oben bis unten, weil der Körper Haare zum Schutz sprießen lässt, die man normal bei einem Fötus findet.
Ihr tut eurem Körper mit sowas nicht gut. Ihr zerstört euch langsam aber sicher selbst.
Essen macht Spaß! Essen ist Gemeinschaft!
Was gibt es schöneres, als mit der Familie zusammen an einem Tisch zu sitzen und zusammen das Essen zu genießen?
Mit deinen Freundinnen einen Mädelsabend zu machen, bei dem ihr einfach nur Filme guckt und geiles Essen in euch reinstopft?
Ihr verliert nicht nur Gewicht, ihr verliert Lebensfreude.
Und es dauert verdammt lange, bis ihr die wieder findet.
Am aggressivsten machen mich Werbungen und Programme wie imakeyouUNHEALTHY.com und die Mietzen.
Ihr wisst schon was ich meine. 😉
Instagram war für mich gleichzeitig Fluch und Segen.
Ich würde nie mehr anders essen als jetzt.
ich mache Sport als Ausgleich und zum Muskelaufbau – nicht zum Abnehmen.
Ich danke meiner Familie, die in der ganzen Zeit an meiner Seite stand und dem besten Freund den man sich wünschen kann.
Und so seh ich jetzt aus.
Da fehlen jetzt nur noch Muckis 😉

messeheute

SCHEIßT AUF MAGERWAHN!
SCHEIßT AUF EUER GEWICHT! – EUER KÖRPER ZÄHLT!
IHR MÜSST EUCH WOHLFÜHLEN UND NUR EUCH GEFALLEN!

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7 Gedanken zu “Herzenssache

  1. Dein Beitrag hat mich gerade echt mitgerissen…und gleichzeitig wieder Mut gegeben 🙂 Ich wog 85kg auf 1, 60m und habe zuerst gesund abgenommen und bin dann auch in den Magerwahn gerutscht und alles hat sich nurnoch ums Essen gedreht…hatte 1 1/2 Jahre Bulimie und bin Gott sei Dank seit August clean, Gewicht schwankt um die 60kg, stemme hohe Gewichte, aber habe aber oft noch stark psychische Probleme mit mir selbst und es ist schwierig zu erkennen, dass es wichtigeres gibt als die Figur. Ich find es bewundernswert, dass du jetzt so „gesund“ denkst. Ich weiß, wie hart es ist, aber wir können diesem Magerwahn mal zeigen, wo es lang geht 😀 Gesundheit geht vor! Es ist schön zu lesen, dass es anderen auch so geht wie einem selbst 🙂 und auch seitdem ich vegan lebe, geht es mir viiel besser! Mach weiter so, du bist so hübsch und hast Abhungern nicht nötig 😦 Finde deine Rezepte auch toll, so viele Zwischenbilder, damit mans leichter nachmachen kann. Supi! :>

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  2. Riesigen Respekt! Mehr kann ich dazu nicht sagen.

    Und durch Dein Insta und die liebe Kaira, die bei der Arbeit ständig mit dem „veganen Kram“ ankommt, finde ich das mittlerweile sogar recht interessant. Danke für die Impressionen.
    Gruß aus Bonn
    Stephan

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